LinkedIn-Glow-up mit KI: Wie ein Profil in unter einer Stunde steht

Sabine Aufleger hat live gezeigt, mit welchen Prompts aus einem halbleeren LinkedIn-Profil eine klare Positionierung wird. Und warum Vollautomatisierung das Profil kosten kann.

Prompting Lab: „LinkedIn-Glow-up mit KI“
Prompting Lab: „LinkedIn-Glow-up mit KI“

Sabine Aufleger hat live gezeigt, mit welchen Prompts aus einem halbleeren LinkedIn-Profil eine klare Positionierung wird. Und warum Vollautomatisierung das Profil kosten kann.


Die Reichweite auf LinkedIn ist in den letzten Monaten bei vielen spürbar eingebrochen, und das hat einen Grund: Der Algorithmus belohnt nicht mehr das große Netzwerk, sondern die Themenrelevanz. Sabine Aufleger, selbständig aus Salzburg und Betreuerin von rund zehn Geschäftsführer-Profilen, hat im Prompting Lab vorgeführt, was daraus folgt und wie sich ein Profil mit ein paar gezielten Prompts wieder schärfen lässt.

Vom Netzwerk zur Themenrelevanz

Früher galt: großes Netzwerk, große Reichweite. Heute zählt der sogenannte Interest Graph. Wer mal über Yoga, mal über Beratung und dann über etwas ganz anderes postet, lässt sich nicht einordnen und wird schlechter ausgespielt. Stark belohnt werden aktuell Speicherungen, Kommentare und Profilbesuche, während Likes und Floskel-Kommentare kaum noch zählen. Karussell-Posts laufen derzeit am besten.

Sabines drei Hebel: eine spitze Positionierung, eine klare Struktur mit Hook und Aktivität vor und nach dem Posten. Ihre Faustregel: mindestens fünf Kommentare bei anderen, bevor man selbst etwas veröffentlicht, und schnelle Antworten auf die ersten Reaktionen.

KI als Unterstützung, nicht als Autopilot

LinkedIn erkennt inzwischen, ob ein Text von einer KI stammt. Von durchautomatisierten Profilen, bei denen Plan, Text und Bild ohne eigenes Zutun entstehen, rät Sabine klar ab: In ihrem Umfeld wurden dafür schon Profile gesperrt. Entscheidend ist, eigene Meinung und eigenen Kontext einzubringen. Verzichtbar sind Emojis, Hashtags und austauschbare Headlines im Stil von „Drei Dinge, die ich gelernt habe“. Ein Tipp, der sich durch die ganze Session zog: Sag der KI in jedem Prompt, wer du bist, auch wenn es in den Einstellungen hinterlegt ist. Die Ergebnisse werden damit deutlich besser.

Der Lieblings-Prompt: Positionierung

Ihr meistgenutzter Prompt überführt ein klassisches Positionierungsmodell in eine einzige Aufgabe. Sabine kopiert den kompletten Profiltext in Claude und lässt daraus eine Positionierung im Fließtext bauen. Live am Profil von Lena Schiller entstand so in Sekunden ein brauchbarer Entwurf, den man danach nur noch verfeinert.

Beispiel-Prompt für Positionierung

Erstelle einen LinkedIn-Banner, 1584 x 396 Pixel, horizontal. Links: nur visuelles Element — abstrakte Formen oder dezente Textur, kein Text. Kein Bild. Rechts: Bild, Text vertikal zentriert, gut lesbar. • Zeile 1: [Name oder Headline] — fett • Zeile 2: [Titel oder Slogan] — Regular Farben: [Hexcode 1], [Hexcode 2] als ruhiger Farbverlauf. Stil: clean, modern, kein Stock-Foto-Look, geeignet als LinkedIn-Profilheader.

Beispiel-Prompt für Infotext (About-Sektion)

Ich möchte meinen LinkedIn-Infotext (About-Sektion) schreiben lassen. schreibe einen Infotext auf Deutsch mit 220 bis 280 Wörtern nach diesen Regeln: Erster Satz: sofort Substanz — kein "Herzlich willkommen", kein "Ich bin leidenschaftlich". Starte mit einem konkreten Problem der Zielgruppe, einer Beobachtung oder einer Zahl. Stimme: Ich-Perspektive, direkt, keine Adjektive wie "ganzheitlich", "innovativ", "nachhaltig". Struktur: Hook → wer du bist und was du tust → konkreter Unterschied zu anderen → ein einziger Call-to-Action. Keywords zum Thema organisch einbauen, keine Listen am Ende. Kein Markdown, keine Hashtags, Emojis nur wenn sie wirklich zur Person passen.

Slogan, Infotext und Berufserfahrung

Auf der Positionierung baut der Rest auf, jeweils mit kurzen Prompts im selben Chatfenster: ein klarerer Profil-Slogan, ein Infotext für die About-Sektion und optimierte Beschreibungen der Berufserfahrung. Gerade Letztere ist fürs Gefundenwerden wichtig. Sabines Tipp am Rande: Auch ehrenamtliche Rollen wie ein Vorstandsvorsitz gehören hier hinein, sie unterstreichen die Kompetenz.

Beispiel-Prompt für Profil Slogan

Schreib mir 5 LinkedIn-Profilslogans (max. 220 Zeichen). Keine Buzzwords. Kein „leidenschaftlich“ oder „erfahren“. Mindestens einer soll auf die Wirkung meiner Arbeit fokussieren, einer auf das, was mich von anderen unterscheidet.

Beispiel-Prompt für Berufserfahrung

Ich möchte meine LinkedIn-Berufserfahrung optimieren — alle Einträge, die ich habe. schreibe für jede Position einen optimierten Beschreibungstext nach diesen Regeln: Erster Satz: Was war deine Hauptaufgabe oder dein größter Hebel in dieser Rolle — konkret, kein Jobbeschreibungs-Deutsch. Inhalt: 2 bis 4 Aussagen pro Position. Fokus auf Wirkung, nicht auf Aufgaben. "Ich habe X getan" ist schwach. "X hat dazu geführt, dass Y" ist stark. Zahlen einbauen wo immer möglich — Teamgröße, Budget, Wachstum, Zeitersparnis, Kundenzahl. Aktuelle Position: etwas länger und ausführlicher als ältere Positionen. Ältere oder weniger relevante Positionen: ein bis zwei Sätze reichen. Sprache: direkt, keine Floskeln wie "verantwortlich für", "zuständig für", "mitgewirkt an". Kein Markdown, keine Hashtags, keine Emojis und in Bullet-Points.

Bild, Banner und Redaktionsplan

Für Profilbild und Banner wechselt Sabine zu ChatGPT, das bei Bildern derzeit die Nase vorn hat. Ein Urlaubsfoto als Ausschnitt reicht oft als Vorlage. Für den Redaktionsplan geht sie zurück zu Claude, weil die strukturierte Ausgabe als Excel-Tabelle hier am verlässlichsten gelingt. Die folgenden Prompts hat sie als Vorlagen mitgebracht.

Beispiel-Prompt für Profilfoto

Professionelles Headshot im internationalen Stil, freundlicher und offener Gesichtsausdruck. Neutraler, heller Büro-Hintergrund mit verschwommenem Blick auf eine urbane Landschaft. Gleichmäßige, vorteilhafte Studiobeleuchtung. Fotografiert mit Sony FE 85mm f/1.4 GM, weiches Bokeh, scharfer Fokus. Expert: Ein einladendes Business-Porträt, entspannter und selbstbewusster Ausdruck, Smart-Casual-Kleidung. Weiches, diffuses natürliches Fensterlicht. Leicht verschwommener, warmtoniger Coworking-Lounge-Hintergrund, fotorealistisch. Innovator: Porträt im Smart-Casual-Stil, dunkler Pullover, selbstbewusster und nahbarer Look. Moderner, luftiger Workspace-Hintergrund, Demo-Day-Ästhetik. Helles, natürliches Licht, fotografiert mit 35mm f/1.4 Objektiv, fotorealistisch. Casual Confident: Hochauflösendes Profilfoto, Brustbild mit ausreichend Platz nach oben (Kopf nicht abgeschnitten). Frontale Ansicht, Blick direkt in die Kamera, eleganter Blazer. Solider, neutraler Studiohintergrund in '#141414'. High-Angle-Shot, weiches, diffuses Studiolicht mit Lichtreflexen in den Augen. 85mm f/1.8 Objektiv, geringe Schärfentiefe, scharfer Fokus auf die Augen, realistische Haut- und Texturdetails, kinorechte Farbkorrektur. Natural Executive: Natürliches Outdoor-Business-Porträt, 3/4-Ansicht von Kopf und Schultern, dezentes Lächeln. Person im Blazer mit leicht windzerzaustem Haar. Sanft verschwommener Hintergrund mit Grünpflanzen und Sonnenlicht-Bokeh. Fotografiert mit Fujifilm GFX100, 110mm f/2 Objektiv, Golden-Hour-Licht, gestochen scharfer Fokus, natürliche Hauttextur.

Beispiel-Prompt für LinkedIn-Banner

Erstelle einen LinkedIn-Banner, 1584 x 396 Pixel, horizontal. Links: nur visuelles Element — abstrakte Formen oder dezente Textur, kein Text. Kein Bild. Rechts: Bild, Text vertikal zentriert, gut lesbar. • Zeile 1: [Name oder Headline] — fett • Zeile 2: [Titel oder Slogan] — Regular Farben: [Hexcode 1], [Hexcode 2] als ruhiger Farbverlauf. Stil: clean, modern, kein Stock-Foto-Look, geeignet als LinkedIn-Profilheader.

Beispiel-Prompt für Redaktionsplan

Erstelle einen detaillierten Social-Media-Redaktionsplan für die Firma [Anpassen] für den Monat [Anpassen]. Der Fokus liegt auf den Trendthemen [Anpassen], wobei die offiziellen Brand Guidelines von [Anpassen] strikt einzuhalten sind. Erstelle die Ausgabe direkt als Tabellenstruktur, die für einen Excel-Export optimiert ist, und plane jeweils zwei Postings pro Woche ein, konkret für jeden Dienstag und Donnerstag. Die Tabelle soll Spalten für das Datum, das Thema, die Zielplattform, einen konkreten Textentwurf sowie eine Empfehlung für das visuelle Format (z.B. Reel, Grafik oder Karussell) enthalten. Achte darauf, dass die Inhalte fachlich fundiert sind und die Expertise von [Anpassen] im Bereich [Anpassen] unterstreichen.

Sabines Schlusspunkt: Ohne eine einzige Zeile Code hat sie sich mit Claude eine eigene LinkedIn-App gebaut, die Profile analysiert, Redaktionspläne erstellt, Kommentare überarbeitet und Posts vorbereitet. Was vor Kurzem noch Entwicklerarbeit war, läuft heute per Prompt.

Über das Prompting Lab:
Das Prompting Lab ist das wiederkehrende Online-Format von Safari für alle, die KI in der Praxis nutzen wollen, vom Einstieg bis zur Vertiefung. Ein geschützter Raum für Use Cases, Tipps und Austausch. Ergänzend gibt es die KI-Werkstatt in Mainz: ein Mix aus Hackathon und gemeinsamer Fallarbeit im Gutenberg Digital Hub.

Weitere Prompting Lab Themen im Juni:
- Vom Aktenberg zur digitalen Rechnungsprüfung (26. Juni)


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